Achillessehnenentzündung

achillessehnenentzundung

Eine Achillessehnenentzündung ist genau wie Fersensporn eine weit verbreitete Erkrankung. Sie tritt häufig bei Sportlern von Lauf- und Sprungsportarten auf und ist generell die Ursache von 6-17% aller Sportverletzungen. Der wissenschaftliche Name der Achillessehnenentzündung ist Tendinitis achillis (manchmal auch Tendinose = Degeneration). Die Achillessehne verbindet den dreiköpfigen Wadenmuskel mit dem Fersenbein im Fuß. Ihre Entzündung ist eine sogenannte sterile Entzündung, die nicht von Mikroorganismen ausgelöst wird.

In schwierigeren Fällen ist die Achillessehne nicht nur entzündet, sondern kommt es sogar zu einer Ruptur, das heißt zu einem Einriss oder einem vollständigen Abriss der Sehne. Aber auch andere Erkrankungen kommen vor, wie zum Beispiel die Schleimbeutelentzündung in der Achillessehne, die in der Fachsprache mit Bursitis subtendinea bezeichnet wird.

Der Teil der Achillessehne, der von der Entzündung am meisten befallen wird, befindet sich oberhalb der Ferse, wo der Sehnenansatz beginnt. Gerade an dieser Stelle ist die Durchblutung des Gewebes nämlich am geringsten, sodass die Genesung einer kleinen Entzündung langsamer verläuft und diese folglich oftmals eine seriöse Entzündung verursacht.

Ursachen

Die Gründe für eine Entzündung der Achillessehne sind oft dieselben wie bei Fersensporn:

Überbelastung durch einseitige Beanspruchung oder extreme sportliche Betätigung und verkehrtes, schlechtes Schuhwerk (wenig Stoßdämpfung, schlechtes Fußbett) sind in vielen Fällen die Auslöser für die Beschwerden, oft in Kombination mit Fußfehlstellungen wie Plattfüße, Spreizfüße oder Fußgelenkproblemen. Diese Faktoren führen zu einer unnatürlichen Belastung, die kleine Beschädigungen der Sehne hervorrufen, die daraufhin mit Entzündung reagiert.

Andere Ursachen sind:

  • Überpronation, eine Fußfehlstellung, bei der der Fuß nach innen knickt.
  • Hohes Alter (Verschleiß)
  • Unterschiedliche Beinlängen
  • Übergewicht, Instabilität der Sprunggelenke

Auch eine plötzliche Veränderung der Belastungsmuster kann als Auslöser fungieren, z.B. Bergwandern während der Ferien oder eine Verlängerung der Trainingsstrecke bei Läufern, wenn Sie sich z.B. auf einen Marathon vorbereiten wollen.

In den meisten Fällen wird die Entzündung der Sehne durch degenerative Vorschädigungen des Sehnengewebes (Haarrisse) verursacht.

Symptome

Typische Symptome einer Achillessehnenentzündung sind:

Zu Anfang zeigen sich leichte Schmerzen nur direkt nach dem Sport Treiben oder der Überbelastung, die nach einigen Stunden dann aber wieder abklingen. Die Schmerzen in der Achillessehne konzentrieren sich meist einige Zentimeter über der Ferse. Wenn diese Beschwerden negiert werden, kann der Schmerz an der Achillessehne stärker werden und anhalten.  Manchmal gehen die Schmerzen nach dem Aufwärmen kurze Zeit weg, um dann nach dem Training wieder zurück zu kommen. In schwereren Fällen ist der Schmerz permanent fühlbar und lässt auch nicht im Ruhezustand nach.

Vor allem nach Ruhephasen oder am Morgen kann sich der Bereich rund um die Sehne und die Sehne selbst steif anfühlen. Auch kommt die Schwellung der Sehne vor.

Im Falle einer Ruptur (Abriss) der Achillessehne verspürt der Patient starke Schmerzen in der Sehne und ist das Laufen eigentlich sofort unmöglich. Die Stelle des Abrisses kann sogar mit bloßem Auge wahrgenommen werden.

Auf Wunsch kann die Diagnose mit Röntgenbildern oder manchmal sogar mit einem MRI-Scan bestätigt werden.

Behandlung

Im Anfangsstadium lässt sich eine Entzündung der Achillessehne meist gut behandeln; nur wenn die Erkrankung schon chronisch ist, wird es schwieriger.

  • Aufwärmprogramm: Sorgen Sie dafür, dass eine Belastung nur vorsichtig aufgebaut wird. Man sollte langsam beginnen und leichte Dehnübungen machen. Umgekehrt gilt nach dem Training, dass die Belastung langsam wieder runtergefahren werden sollte, zum Beispiel durch ruhiges Auslaufen.
  • Machen Sie Dehnübungen, vor allem für die Wadenmuskulatur. Einige Übungen, die auf der Seite für Fersensporn-Dehnübungen beschrieben sind, eignen sich auch ausgezeichnet für die Behandlung einer Achillessehnenentzündung.
  • Muskelverstärkende Übungen für den Wadenmuskel. Stellen Sie sich zum Beispiel mit den Zehen auf eine Treppenstufe, die Fersen nach unten hängend und drücken Sie den Körper dann langsam nach oben. Eventuell kann man das auch auf einem Bein machen, aber Vorsicht vor möglicher Überbelastung. Am besten Sie machen die Übungen unter Aufsicht eines Physiotherapeuten.
  • Das Kühlen mit Eis kann im akuten Stadium die Durchblutung des entzündeten Bereichs stimulieren. Das sollten Sie dann aber nach dem Training machen, am liebsten mehrmals pro Tag. Bei einer chronischen Entzündung ist diese Methode aber weniger effektiv.
  • Massagen der Wadenmuskulatur helfen sowohl bei dem Vorbeugen als auch bei der Behandlung einer Achillessehnenentzündung. Lassen Sie die Massagen von einem erfahrenen Masseur machen.
  • Gutes Schuhwerk ist sehr wichtig, deshalb sollten Sie hier nicht sparen. Jedes Fachgeschäft für Laufsport wird Sie gern beraten oder besuchen Sie ein spezielles orthopädisches Fachgeschäft. Achten Sie vor allen Dingen auf ein gutes Fußbett und ausreichende Stoßdämpfung.
  • Einlegesohlen können neben guten Schuhen auch sehr hilfreich sein, um die Entzündung zurück zu dringen. Ein Podotherapeut kann maßgerechte Sohlen anfertigen, die den Fuß optimal unterstützen, vor allem wenn Fußfehlstellungen wie Plattfüße und Hohlfüße die Entzündung begünstigt haben.
  • Fersenkissen unter der Ferse zur Dämpfung und Polsterung. Manchmal können damit sogar kleine Unterschiede in Beinlängen ausgeglichen werden.
  • In einigen Fällen wird auch mit der Strassburger Socke ein Heilungseffekt erzielt, indem man so nachts die Sehnen und Muskeln dehnt.
  • Bandagen, wie zum Beispiel der Achillotrain, haben eine massierende Wirkung auf die Achillessehne.
  • Manchmal können auch Entzündungshemmer wie Ibuprofen und andere helfen.
  • Cortison-Injektionen werden manchmal auch noch angewandt, aber deren Effektivität wird angezweifelt und außerdem kann es zu Nebenwirkungen kommen.
  • Letztendlich kann man sich auch operieren lassen: das angegriffene Sehnengewebe wird dabei freigelegt, gesäubert und wieder zusammengeheftet. Nach der Operation muss mehrere Wochen Ruhe eingehalten werden und das Laufen wird nur mit Krücken möglich sein.
  • Behandlungen einer Achillessehnenentzündung sind oft langwierig, da die Beschwerden sehr hartnäckig sein können. Achten Sie vor allen Dingen darauf, dass Sie das Gewebe nicht zu schnell wieder voll belasten, sonst könnten die Beschwerden nach der Behandlung schnell wieder zurückkommen.