Fersensporn und Injektionen

Ein Fersensporn wird heute ab und zu noch mit Injektionen behandelt. Es wird Cortison (Nebennierenrindenhormon oder Corticosteroid) unmittelbar am Fersensporn in die Ferse gespritzt. Cortison ist die synthetische Variante des Hormons, das von der Nebennierenrinde produziert wird. Das Hormon wird normalerweise unter Einfluss von Stress vom Körper produziert und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Das synthetische Cortison wird vor allem bei Sportlern zur Behandlung von Sehnenerkrankungen (wie u. a. Fersensporn, aber auch Achillessehnenentzündung) angewendet.

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Da Injektionen Risiken beinhalten, werden sie vorzugsweise erst angewendet, wenn Standardbehandlungsmethoden wie Dehnungsübungen oder die Strassburger Socke keine Wirkung zeigen.

Die Wirkung der Injektionen

Cortison wird hochkonzentriert gespritzt, und zwar unmittelbar an der Entzündung der Ferse. Die Injektion kann sehr schmerzhaft sein, auch wenn dies je Patient unterschiedlich ist. Wie schnell und ob überhaupt eine Wirkung eintritt, ist wiederum bei jedem Patienten anders. Manche Menschen fühlen noch am selben Tag eine Linderung der Symptome, bei anderen dauert es mehrere Tage und manche Patienten bemerken überhaupt keine Reaktion. In Ausnahmefällen oder wenn die Injektion nicht korrekt gegeben wird, verschlimmern sich die Schmerzen sogar. 

In der Praxis zeigt sich, dass die Wirkung von Cortison-Injektionen meist nur vorübergehend ist. Wenn dies der Fall ist, muss die Behandlung wiederholt werden. Um schädliche Nebenwirkungen auszuschließen, darf dies allerdings nicht öfter als 3 – 4 Mal getan werden, sonst wird das Sehnengewebe permanent beschädigt. In den ersten Tagen nach der Injektion muss Ruhe gehalten werden. Die Corticosteroide schwächen das Sehnengewebe nämlich etwas. Eine schwere Belastung kann Verletzungen verursachen und den Fersensporn verschlimmern. Nach ein paar Tagen kann der Fuß wieder normal belastet werden.

Nebenwirkungen und negative Wirkung der Injektionen

Gegen die Behandlung des Fersensporns mit Injektionen gibt es allerlei Einwände. Manchmal zeigt sich überhaupt keine Wirkung und in anderen Fällen ist die Wirkung nach ein paar Monaten abgeklungen. Außerdem kann das Sehnengewebe durch das Cortison beschädigt oder geschwächt werden, vor allem bei mehreren Injektionen. In seltenen Fällen kann die Sehne sogar reißen. Von mehr als 2 – 3 Injektionen in einem Fuß muss deshalb ernsthaft abgeraten werden. Wenn andere Behandlungen gegen den Fersensporn keine Wirkung zeigen, ist es vielleicht doch eine gute Idee, diese Behandlung auszuprobieren.

Es besteht die geringe Chance, dass andere Nebenwirkungen auftreten, wie kurzzeitige Überempfindlichkeit an der Stelle der Injektion, Hautverfärbungen oder eine Hypersensibilitätsreaktion.

Vor Kurzem erschien in einer Ausgabe der Niederländischen Zeitschrift für Medizin ein Bericht einer australischen Untersuchung, bei der sich ergab, dass die Wirkung von Injektionen mit Dexamethason (einem Corticosteroid) zwar positiv war, aber nur vorübergehend. Nach 4 Wochen war die Wirkung meist wieder abgeklungen. Die Injektionen scheinen also eher die Symptome als die Ursache zu bekämpfen.

Injektionen mit Botox

Botox ist vor allem aus der plastischen Chirurgie bekannt, wird aber auch manchmal bei einem Fersensporn angewendet. Der Zweck ist, die Muskeln um den Sehnenplattenansatz herum entspannen zu lassen, so dass sie die Sehnenplatte weniger dehnen.

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